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Open Face Chinese Poker: Regeln, Strategie und Online-Spielmoglichkeiten

Lesezeit: 10 Min. Veröffentlicht: 10.06.2025 Aktualisiert: 06.05.2026

Ladevorgang...

Laura Schäfer
Editor & Casino-Expert

Open Face Chinese Poker entstand Mitte der 2000er Jahre in Finnland und verbreitete sich von dort nach Russland, wo der Profispieler Alex Kravchenko das Spiel in die High-Stakes-Community einfuhrte. Im Jahr 2012 erreichte die Variante die internationale Pokerszene und gewann schnell an Popularitat unter Profispielern. Das Spiel unterscheidet sich grundlegend von anderen Pokervarianten, da es keine Wettrunden gibt und alle Karten offen gespielt werden. Diese Transparenz macht OFC zu einem strategisch anspruchsvollen Spiel, bei dem mathematisches Verstandnis und vorausschauende Planung entscheidend sind.

Im Dezember 2014 fand in Prag die erste Open Face Chinese Poker Weltmeisterschaft statt. Die US-amerikanische Schachmeisterin Jennifer Shahade gewann das High Roller Event, wahrend Mikal Blomlie das Main Event fur sich entschied. Seitdem hat sich OFC als beliebtes Nebenspieler unter Turnierprofis etabliert, die es zwischen den regularen Pokerevents spielen. Die Kombination aus Geschicklichkeit, strategischer Tiefe und dem Fehlen von Glucksfaktor durch Wettrunden macht das Spiel besonders attraktiv fur Spieler, die ihre analytischen Fahigkeiten testen mochten.

Open Face Chinese Poker Spielaufbau mit drei Kartenreihen und aufgedeckten Karten

Grundlegende Spielregeln

Open Face Chinese Poker wird mit einem Standard-Kartendeck von 52 Karten gespielt. Zwei bis vier Spieler konnen teilnehmen, wobei Heads-Up-Spiele am haufigsten sind. Bei der beliebtesten Variante Pineapple ist die maximale Spielerzahl auf drei begrenzt. Das Ziel besteht darin, 13 Karten auf drei Hande zu verteilen: die Back Hand mit funf Karten, die Middle Hand mit funf Karten und die Front Hand mit drei Karten.

Die entscheidende Regel lautet, dass die Back Hand starker sein muss als die Middle Hand, und die Middle Hand starker als die Front Hand. Verletzt ein Spieler diese Reihenfolge, gilt seine Hand als „Foul“ und er verliert automatisch gegen alle Mitspieler. Da die Front Hand nur drei Karten umfasst, ist Drilling die hochstmogliche Kombination dort. Straights und Flushes zahlen in der Front Hand nicht.

Das Spiel verlauft in mehreren Runden. Zunachst erhalt jeder Spieler funf Karten, die er auf die drei Hande verteilen muss. Danach werden die restlichen acht Karten einzeln ausgeteilt, wobei jeder Spieler nach dem Setzen einer Karte wartet, bis alle Mitspieler gesetzt haben. Einmal platzierte Karten durfen nicht mehr verschoben werden. Diese Mechanik erzeugt Spannung, da Spieler oft auf bestimmte Karten hoffen, um ihre begonnenen Kombinationen zu vervollstandigen.

Punktesystem und Royalties

Die Wertung erfolgt nach dem 1-6 System, dem gangigsten Punkteverfahren. Jeder Spieler vergleicht seine drei Hande mit denen jedes Gegners. Fur jede gewonnene Hand gibt es einen Punkt, fur jede verlorene Hand minus einen Punkt. Gewinnt ein Spieler alle drei Hande gegen einen Gegner, erhalt er zusatzlich drei Bonuspunkte, was insgesamt sechs Punkte ergibt. Dieser Bonus wird als Scoop bezeichnet.

Royalties sind Bonuspunkte fur besonders starke Hande. In der Back Hand gibt es zwei Punkte fur einen Straight, vier Punkte fur einen Flush, sechs Punkte fur ein Full House, zehn Punkte fur einen Vierling und funfzehn Punkte fur einen Straight Flush. Ein Royal Flush zahlt funfundzwanzig Punkte. Die Middle Hand gewahrt ahnliche Boni, allerdings verdoppelt: ein Full House bringt dort zwolf Punkte, ein Vierling zwanzig Punkte.

Die Front Hand bietet Royalties fur Paare ab Sechsen aufwarts. Ein Paar Sechsen zahlt einen Punkt, ein Paar Siebenen zwei Punkte, und so weiter bis zu einem Paar Asse mit neun Punkten. Ein Drilling in der Front Hand bringt erhebliche Boni: Drilling Zweien zahlt zehn Punkte, mit steigender Wertung bis zu Drilling Asse mit zweiundzwanzig Punkten. Diese hohen Royalties fur die Front Hand spiegeln das Risiko wider, dort starke Kombinationen zu setzen.

Fantasyland

Fantasyland ist eine Sonderregel, die OFC von anderen Pokervarianten unterscheidet. Ein Spieler qualifiziert sich fur Fantasyland, wenn er in der Front Hand ein Paar Damen oder hoher setzt und dabei keine Foul-Hand baut. In der nachsten Runde erhalt der Spieler alle dreizehn Karten gleichzeitig und kann sie privat setzen, bevor er sie aufdeckt. Diese perfekte Information ermoglicht optimale Handkonstruktion und maximale Royalties.

Die Vorteile von Fantasyland sind erheblich. Der Spieler sieht alle seine Karten und kann die bestmogliche Verteilung wahlen, wahrend seine Gegner weiterhin Karte fur Karte spielen mussen. Die Wahrscheinlichkeit, hohe Royalties zu sammeln und Gegner zu scoopen, steigt drastisch. Erfahrene Spieler streben daher konsequent nach Fantasyland-Qualifikation, auch wenn dies manchmal risikoreiche Spielzuge erfordert.

Um in Fantasyland zu bleiben, mussen strengere Anforderungen erfullt werden. Der Spieler muss entweder einen Vierling oder besser in der Back Hand, ein Full House oder besser in der Middle Hand, oder einen Drilling in der Front Hand setzen. In der Pineapple-Variante erhalt der Fantasyland-Spieler vierzehn Karten und legt eine ab, was die Chancen auf qualifizierende Hande erhoht.

Pineapple-Variante

Pineapple OFC ist die beliebteste Variante und wird mit maximal drei Spielern gespielt. Der Unterschied zum klassischen OFC liegt in der Kartenverteilung nach den ersten funf Karten. Statt einer Karte pro Runde erhalt jeder Spieler drei Karten, setzt zwei davon und legt die dritte verdeckt ab. Diese Mechanik beschleunigt das Spiel und erhoht die durchschnittliche Handstarke erheblich.

Die erhohte Kartenauswahl in Pineapple macht es wahrscheinlicher, begonnene Kombinationen zu vervollstandigen. Draws treffen haufiger, was zu starkeren Schlusshanden fuhrt. Gleichzeitig erreichen Spieler Fantasyland deutlich ofter, da sie mehr Moglichkeiten haben, Paare oder Drillinge in der Front Hand zu platzieren. Die Dynamik des Spiels andert sich dadurch grundlegend.

Strategisch erfordert Pineapple aggressiveres Spiel als klassisches OFC. Da beide Spieler starke Hande bauen konnen, zahlen Royalties und Scoops mehr. Die Entscheidung, welche der drei erhaltenen Karten abgelegt wird, bietet zusatzliche strategische Tiefe. Erfahrene Spieler achten genau auf die abgelegten Karten der Gegner, um Ruckschlusse auf deren mogliche Hande zu ziehen.

Strategische Grundlagen

Die Verteilung der ersten funf Karten bildet das Fundament jeder OFC-Hand. Erfahrene Spieler priorisieren in der Regel eine solide Back Hand, da diese die Basis fur legale Handkonstruktion bildet. Gleichzeitig sollte die Front Hand nicht vernachlassigt werden, da hohe Paare dort den Weg zu Fantasyland offnen. Die Balance zwischen sicherer Handkonstruktion und der Jagd nach Royalties definiert den Stil eines Spielers.

Position spielt in OFC eine wichtige Rolle. Der Spieler, der als letzter setzt, sieht die Karten seiner Gegner und kann seine Strategie entsprechend anpassen. Wenn ein Gegner bereits eine starke Middle Hand zeigt, kann es sinnvoller sein, auf die Front Hand zu fokussieren oder gezielt auf Royalties in der Back Hand zu spielen. Die Information uber gegnerische Karten beeinflusst jede Entscheidung.

Blocker-Bewusstsein ist essenziell fur fortgeschrittenes Spiel. Jede Karte, die ein Gegner setzt oder die man selbst halt, ist aus dem Deck entfernt. Wer auf einen Flush zieht, sollte zahlen, wie viele Karten der benotigten Farbe bereits sichtbar sind. Tote Karten, die die eigenen Draws unmoglich machen, sollten fruih erkannt werden, um rechtzeitig die Strategie anzupassen.

Weitere Varianten

Turbo OFC beschleunigt das Spiel erheblich. Nach den ersten funf Karten erhalten die Spieler zweimal vier Karten, die alle platziert werden mussen. Es werden keine Karten abgelegt, was zu insgesamt dreizehn offenen Karten pro Spieler fuhrt. Diese Variante erlaubt bis zu vier Spieler und verkurzt die Spieldauer deutlich. Die Strategietiefe bleibt erhalten, aber die Entscheidungszeit pro Zug verringert sich.

Progressive Pineapple fuhrt erweiterte Fantasyland-Regeln ein. Die Qualifikationsanforderungen und die Belohnungen fur das Verbleiben in Fantasyland steigen progressiv. Diese Variante belohnt konstant starkes Spiel uber mehrere Runden hinweg. Spieler, die wiederholt qualifizierende Hande bauen, erhalten zunehmende Vorteile, was die Bedeutung langfristiger Strategie betont.

2-7 Pineapple kombiniert OFC mit Lowball-Elementen. Die Middle Hand muss dabei eine Low Hand sein, die keine Paare, Straights oder Flushes enthalten darf und deren hochste Karte maximal eine Zehn sein darf. Die beste Middle Hand ist 2-3-4-5-7 in verschiedenen Farben. Diese Variante erfordert vollig andere strategische Uberlegungen und ermoglicht oft hohere Punktzahlen.

Online-Spielmoglichkeiten

TonyBet Poker etablierte sich als fuhrende Plattform fur Online OFC. Seit Dezember 2013 bietet die Seite Cash Games, Sit-and-Gos und Multi-Table-Turniere an. Die Einsatze bei Cash Games reichen von 0,02 Euro bis 100 Euro pro Punkt, wahrend Turniere Buy-ins von 1 Euro bis 100 Euro haben. Die Plattform unterstutzt Windows, Mac, Android und iOS, sodass Spieler auf verschiedenen Geraten spielen konnen.

Mobile Apps ermoglichen OFC-Spiel unterwegs. Neben TonyBet bieten Apps wie ABC Open Face Chinese Poker und Open Face Chinese Poker by Pocket Cowboys Moglichkeiten zum Uben und Spielen. Einige Apps bieten Offline-Modi fur Situationen ohne Internetzugang. Die Verfugbarkeit variiert je nach Region, wobei TonyBet in Deutschland zuganglich ist.

Freeroll-Turniere auf TonyBet ermoglichen den Einstieg ohne finanzielles Risiko. Taglich laufen Turniere mit garantierten Preispools, die sowohl Cash als auch Tickets fur grossere Events vergeben. Satellites bieten Wege zu hoher dotierten Turnieren fur einen Bruchteil des ursprunglichen Buy-ins. Diese Struktur ermoglicht es auch Spielern mit begrenztem Budget, in die OFC-Szene einzusteigen.

Rechtliche Situation in Deutschland

Open Face Chinese Poker fallt unter die allgemeinen Glucksspielregelungen in Deutschland. Da das Spiel um Punkte gespielt wird, die einen Geldwert reprasentieren, unterliegt es den Bestimmungen des Glucksspielstaatsvertrags. Die Gemeinsame Glucksspielbehorde der Lander reguliert Online-Poker auf Bundesebene, wobei die Lizenzierung auf bestimmte Pokervarianten beschrankt ist.

OFC wird von der GGL nicht explizit als lizenzierungsfahige Pokervariante gefuhrt. Die bundesweiten Online-Poker-Lizenzen beziehen sich in der Regel auf Texas Hold’em und Omaha. Plattformen wie TonyBet operieren mit Lizenzen aus anderen Jurisdiktionen wie Estland oder Malta. Deutsche Spieler konnen auf diesen Plattformen spielen, befinden sich jedoch in einer rechtlichen Grauzone ohne Schutz durch deutsche Behorden.

In stationaren Spielbanken wird OFC gelegentlich bei privaten Spielen oder Sonderveranstaltungen angeboten. Eine regulare Integration in das deutsche Casinoangebot hat bislang nicht stattgefunden. Die Pokercommunity organisiert informelle Treffen und Home Games, bei denen OFC gespielt wird. Die rechtliche Einordnung solcher privater Runden hangt von den Einsatzhohen und der Regelmassigkeit ab.

Unterschiede zu traditionellem Poker

Der fundamentale Unterschied zu Hold’em oder Omaha liegt im Fehlen von Wettrunden. In OFC gibt es kein Bluffen im traditionellen Sinne, da alle Karten offen liegen. Die Entscheidungsfindung basiert ausschliesslich auf Kartenverteilung und Wahrscheinlichkeitsrechnung. Psychologische Kriegsfuhrung spielt eine untergeordnete Rolle, wahrend mathematisches Verstandnis dominiert.

Die Varianz in OFC unterscheidet sich deutlich von anderen Pokervarianten. Da jeder Spieler dreizehn Karten setzt, gleichen sich Glucksfaktoren uber langere Sessions besser aus als in Spielen mit weniger Karten. Gleichzeitig konnen einzelne Hande durch Royalties und Scoops hohe Punktdifferenzen erzeugen. Profispieler schatzen diese Eigenschaft, da sich Skill uber Zeit durchsetzt.

Das Spiel erfordert andere Fahigkeiten als traditionelles Poker. Wahrend bei Hold’em Gegneranalyse und Einsatzstrategie im Vordergrund stehen, verlangt OFC vorausschauendes Denken und kombinatorisches Geschick. Die Fahigkeit, mehrere mogliche Kartenverteilungen gleichzeitig zu evaluieren, unterscheidet gute von ausgezeichneten Spielern. Diese Komplexitat macht OFC besonders fur Schachspieler und andere strategische Denker attraktiv.

Tipps fur Einsteiger

Das Erlernen der Royalty-Werte sollte zu Beginn Prioritat haben. Ohne dieses Wissen sind fundierte strategische Entscheidungen nicht moglich. Die Faustregeln fur Front-Hand-Royalties lauten: Bei Paaren den Kartenwert minus funf, bei Drillingen den Kartenwert plus acht. Diese Merkregeln beschleunigen die Berechnung am Tisch erheblich.

Anfanger sollten konservativ spielen und Foul-Hande um jeden Preis vermeiden. Eine Foul-Hand kostet sechs Punkte plus alle Royalties des Gegners. Das Risiko, auf eine unwahrscheinliche Kombination zu hoffen und dabei die Handrangfolge zu verletzen, uberwiegt in den meisten Situationen den potenziellen Gewinn. Mit zunehmender Erfahrung konnen Spieler kalkuliertere Risiken eingehen.

Das Studium der eigenen Hande nach dem Spiel verbessert die Fahigkeiten schneller als reines Spielen. Analysetools und Equity-Rechner helfen dabei, Entscheidungen zu bewerten und Fehler zu identifizieren. Die OFC-Community teilt Wissen in Foren und auf spezialisierten Websites. Der Austausch mit erfahreneren Spielern beschleunigt den Lernprozess erheblich.