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Video Poker - Strategie und Spielvarianten

Lesezeit: 9 Min. Veröffentlicht: 19.05.2025 Aktualisiert: 28.04.2026

Ladevorgang...

Laura Schäfer
Editor & Casino-Expert

Video Poker verbindet die strategischen Elemente des klassischen Pokers mit der Zugänglichkeit von Spielautomaten. Anders als bei Slots, wo das Ergebnis rein vom Zufall abhängt, können Spieler bei Video Poker durch richtige Entscheidungen den Hausvorteil minimieren. Die besten Varianten erreichen Auszahlungsquoten von über 99 Prozent bei optimalem Spiel, was Video Poker zu einem der mathematisch günstigsten Casinospiele macht.

Das Spielprinzip ist in allen Varianten identisch: Der Spieler erhält fünf Karten aus einem 52-Karten-Deck, wählt, welche Karten er behalten möchte, und erhält für die abgelegten Karten Ersatz. Die finale Fünf-Karten-Hand bestimmt die Auszahlung gemäß der Paytable des jeweiligen Spiels. Die Herausforderung liegt darin, bei jeder ausgeteilten Hand die statistisch optimale Entscheidung zu treffen.

Stilisierte Darstellung von fünf Spielkarten in einer Fächeranordnung mit leuchtenden Akzenten

Jacks or Better – Der Klassiker

Jacks or Better ist die Grundform des Video Pokers und der ideale Einstieg für Anfänger. Die niedrigste gewinnbringende Hand ist ein Paar Buben oder höher, daher der Name. Die Full-Pay-Version, bezeichnet als 9/6 Jacks or Better, zahlt 9 Münzen für ein Full House und 6 Münzen für einen Flush bei einem Einsatz von einer Münze. Diese Version bietet einen RTP von 99,54 Prozent bei perfekter Strategie.

Die Strategie für Jacks or Better folgt einer klaren Hierarchie. Royal Flush, Straight Flush und Vierling werden immer gehalten. Ein bestehendes Full House, Flush oder Straight wird nie aufgegeben, außer bei vier Karten zu einem Royal Flush. Ein niedriges Paar wird gehalten, sofern keine vier Karten zu einem Flush oder Straight vorhanden sind. Die Entscheidung, ob ein niedriges Paar oder vier Karten zu einem Flush gehalten werden sollten, hängt von den spezifischen Karten ab.

Die Paytable macht den Unterschied. Eine 8/5-Version von Jacks or Better reduziert den RTP auf etwa 97,3 Prozent. Diese Differenz von über zwei Prozent summiert sich bei längeren Sessions erheblich. In meiner Erfahrung lohnt es sich, nach 9/6-Maschinen zu suchen, auch wenn das manchmal bedeutet, ein anderes Casino zu wählen.

Deuces Wild – Vier Joker im Spiel

Bei Deuces Wild fungieren alle Zweien als Joker und können jede andere Karte ersetzen. Das verändert die Wahrscheinlichkeiten grundlegend. Fünf gleiche Karten werden möglich, die niedrigste Gewinnhand ist Drilling statt Paar. Full-Pay Deuces Wild erreicht einen theoretischen RTP von 100,76 Prozent bei perfekter Strategie, was das Spiel zu einem der wenigen mit positivem Erwartungswert für den Spieler macht.

Die Strategie unterscheidet sich deutlich von Jacks or Better. Die Anzahl der Zweien auf der Hand bestimmt den weiteren Spielverlauf. Mit vier Zweien wird immer gehalten, das garantiert bereits eine Auszahlung. Mit drei Zweien wird nach dem Wild Royal Flush gesucht, sofern die vierte Karte passt. Mit zwei Zweien liegt der Fokus auf Royal Flush, Fünfling oder Straight Flush. Eine einzelne Zwei verändert die optimale Spielweise für jede mögliche Handkombination.

Not-So-Ugly Deuces, kurz NSUD, ist eine häufige Variante mit leicht reduzierten Auszahlungen und einem RTP von 99,73 Prozent. Short-Pay-Versionen fallen auf 94,34 Prozent. Die Unterschiede in der Paytable wirken klein, haben aber signifikante Auswirkungen auf den langfristigen Ertrag. Wer Deuces Wild ernsthaft spielen möchte, sollte die Paytable vor dem ersten Einsatz studieren.

Bonus Poker und Double Bonus Varianten

Bonus Poker bietet erhöhte Auszahlungen für bestimmte Vierlinge, typischerweise für Asse oder Bildkarten. Die zusätzlichen Gewinne werden durch reduzierte Auszahlungen für häufigere Hände wie Zwei Paare finanziert. Double Bonus Poker verstärkt dieses Prinzip: Vier Asse zahlen 160 Münzen statt 25, aber Zwei Paare zahlen nur 1:1 statt 2:1.

Double Double Bonus Poker fügt eine weitere Ebene hinzu: Die Auszahlung für vier Asse hängt davon ab, ob eine bestimmte Begleitkarte vorhanden ist. Vier Asse mit einer Zwei, Drei oder Vier als fünfte Karte zahlen 400 Münzen bei maximalem Einsatz. Diese Struktur erhöht die Volatilität erheblich, da die großen Gewinne seltener, aber höher ausfallen.

Die Strategie für Bonus-Varianten erfordert Anpassungen. Da Vierlinge mehr wert sind, werden Paare länger gehalten, auch wenn dies bedeutet, auf einen möglichen Flush oder Straight zu verzichten. Wer die Strategie von Jacks or Better auf Double Bonus anwendet, verschenkt Erwartungswert. Für jede Variante existieren spezifische Strategiekarten, die online kostenlos verfügbar sind.

Joker Poker und All American

Joker Poker fügt dem Deck eine 53. Karte hinzu, den Joker. Dieser fungiert als Wildcard und kann jede andere Karte ersetzen. Die niedrigste Gewinnhand variiert je nach Paytable, typisch sind Könige oder besser oder Zwei Paare. Natürliche Hände ohne Joker zahlen mehr als Hände, die mit dem Joker gebildet wurden. Ein natürlicher Royal Flush bringt die höchste Auszahlung, während ein Wild Royal Flush deutlich weniger einbringt.

All American Poker verändert die Auszahlungsstruktur von Jacks or Better grundlegend. Straights und Flushs zahlen mehr, während Zwei Paare und Drilling weniger einbringen. Full-Pay All American erreicht einen RTP von 100,72 Prozent bei optimaler Strategie, was es theoretisch profitabel macht. Solche Maschinen sind allerdings selten und werden von den Casinos nicht prominent platziert.

Aces and Eights ist eine weitere Variante, die spezielle Auszahlungen für vier Asse oder vier Achten bietet. Der Name verweist auf die legendäre „Dead Man’s Hand“, angeblich die Karten, die Wild Bill Hickok bei seiner Ermordung hielt. Die Strategie ähnelt Bonus Poker, mit besonderem Fokus auf Asse und Achten bei der Entscheidung, welche Karten gehalten werden.

Strategiekarten und optimales Spiel

Eine Strategiekarte listet alle möglichen Handkombinationen in der Reihenfolge ihres Erwartungswerts auf. Der Spieler vergleicht seine fünf Karten mit der Liste und wählt die Option, die am weitesten oben steht. Für Jacks or Better umfasst eine vollständige Strategiekarte etwa 30 verschiedene Situationen, für Deuces Wild sind es mehr, da die Wildkarten zusätzliche Komplexität einführen.

Die Nutzung einer Strategiekarte ist in Online-Casinos unproblematisch, da niemand zuschaut. In landbasierten Casinos ist es ebenfalls erlaubt, eine gedruckte Karte zu verwenden. In meiner Praxis habe ich festgestellt, dass nach einigen hundert Händen die häufigsten Situationen ins Gedächtnis übergehen. Die seltenen Grenzfälle, bei denen die optimale Entscheidung kontraintuitiv ist, erfordern weiterhin Nachschlagen.

Ein häufiger Fehler: Die Strategiekarten sind spezifisch für jede Variante und oft auch für bestimmte Paytables. Wer die Jacks-or-Better-Strategie auf Deuces Wild anwendet, verliert den mathematischen Vorteil. Wer eine Strategie für 9/6 Jacks or Better an einer 8/5-Maschine verwendet, spielt nicht optimal, obwohl die Unterschiede marginal sind.

Auszahlungsquoten und Paytable-Analyse

Die Paytable eines Video-Poker-Automaten bestimmt den theoretischen RTP. Bei Jacks or Better ist die Bezeichnung 9/6 Standard: 9 Münzen für Full House, 6 für Flush. Ein 8/5-Spiel reduziert beide Werte um eine Münze und senkt den RTP von 99,54 auf etwa 97,3 Prozent. Ein 7/5-Spiel fällt auf circa 96,2 Prozent.

Für Deuces Wild existieren mehrere Standardkonfigurationen. Full-Pay Deuces Wild ist selten und bietet über 100 Prozent RTP. NSUD (Not-So-Ugly Deuces) mit 99,73 Prozent ist häufiger. Short-Pay-Versionen mit reduzierten Auszahlungen für Wild Royal Flush oder Fünfling drücken den RTP unter 95 Prozent.

Der Unterschied zwischen einem Spiel mit 99,5 Prozent RTP und einem mit 97 Prozent beträgt 2,5 Euro pro 100 Euro Einsatz. Bei typischen Video-Poker-Sessions von mehreren hundert Händen summiert sich das. Die Suche nach der besten Paytable ist daher keine akademische Übung, sondern praktisches Bankroll-Management.

Multi-Hand Video Poker

Multi-Hand-Varianten erlauben das Spielen von 3, 5, 10, 25, 50 oder sogar 100 Händen gleichzeitig von einem einzigen Deal. Der Spieler erhält fünf Karten, trifft eine Halte-Entscheidung, und diese Entscheidung wird auf alle Hände angewendet. Jede Hand erhält dann unterschiedliche Ersatzkarten aus separaten Decks.

Die Mathematik bleibt identisch zu Single-Hand-Spielen, aber die Varianz verändert sich. Bei 100 Händen nähert sich das Ergebnis schneller dem statistischen Erwartungswert an. Gleichzeitig steigt der Gesamteinsatz pro Runde erheblich. Eine Hand mit fünf Münzen kostet fünf Münzen, 100 Hände kosten 500 Münzen pro Runde.

Multi-Hand eignet sich für Spieler, die schneller zum statistischen Ausgleich kommen möchten und über entsprechendes Bankroll verfügen. Anfänger sollten mit Single-Hand beginnen, um die Strategie zu verinnerlichen, bevor sie das Risiko multiplizieren.

Video Poker in Deutschland

Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 regelt auch Video Poker, obwohl das Spiel in deutschen Online-Spielotheken weniger verbreitet ist als Slots. Die GGL vergibt separate Lizenzen für verschiedene Spielkategorien. Video Poker kann je nach Klassifizierung unter virtuelle Automatenspiele oder Online-Poker fallen.

Bei GGL-lizenzierten Anbietern gelten die bekannten Einschränkungen: maximaler Einsatz, Einzahlungslimits über LUGAS, Anbindung an OASIS. Die 5-Sekunden-Regel zwischen Spins, die bei Slots gilt, kann auch auf Video Poker anwendbar sein, abhängig von der genauen Klassifizierung des Spiels durch den Anbieter.

International lizenzierte Casinos mit MGA- oder Curaçao-Lizenz bieten Video Poker ohne diese Einschränkungen an. Die Auswahl an Varianten ist dort typischerweise größer, einschließlich Full-Pay-Versionen, die in regulierten Märkten selten geworden sind. Die Entscheidung zwischen reguliertem Spielerschutz und optimaleren Spielbedingungen bleibt beim Spieler.

Go Fish und Quartett – Der Namensursprung

Go Fish ist ein traditionelles Kartenspiel, das vor allem bei Kindern beliebt ist und vermutlich im Mittelalter entstand. Eine italienische Dokumentation des Spiels als „Andare à piscere“ stammt aus dem Jahr 1585. Das Spielprinzip basiert darauf, Mitspieler nach bestimmten Karten zu fragen und bei fehlendem Erfolg vom Stapel zu ziehen – „Go Fish“ bedeutet „Geh angeln“.

Im deutschen Sprachraum ist das verwandte Quartett verbreiteter, bei dem Spieler vier Karten gleichen Ranges sammeln. Die Mechanik beider Spiele – Sammeln passender Karten durch Fragen und Ziehen – hat Parallelen zu Video Poker, wo ebenfalls Paare und Mehrfachkarten gesammelt werden, allerdings ohne Interaktion mit anderen Spielern.

Als Casino-Variante im engeren Sinne existiert „Go Fish Video Poker“ nicht als etablierter Standard. Der Begriff kann als Beschreibung für Sammel-Mechaniken in Kartenspielen verstanden werden, die auch Video Poker charakterisieren: Der Spieler „angelt“ nach den richtigen Karten, um gewinnbringende Kombinationen zu vervollständigen. Die strategische Tiefe von Video Poker geht jedoch weit über das kindgerechte Go Fish hinaus.

Praktische Tipps für Video Poker

Maximale Münzen spielen lohnt sich fast immer. Bei den meisten Video-Poker-Varianten wird der Royal Flush überproportional höher ausgezahlt, wenn der maximale Einsatz von fünf Münzen getätigt wird. Statt 250 Münzen pro Münze gibt es 800 Münzen pro Münze, also 4.000 statt 1.250. Wer mit weniger als fünf Münzen spielt, verzichtet auf diesen Bonus.

Die Gamble-Funktion, bei der Gewinne durch Erraten einer Kartenfarbe verdoppelt werden können, ist mathematisch neutral. Die Wahrscheinlichkeit beträgt 50:50, das Casino hat hier keinen Vorteil. Die Entscheidung, ob man sie nutzt, ist persönliche Präferenz. In meiner Praxis verzichte ich darauf, da sie die Varianz erhöht, ohne den Erwartungswert zu verbessern.

Bankroll-Management ist bei Video Poker besonders wichtig, da die Varianz auch bei niedrigvolatilen Varianten wie 9/6 Jacks or Better erheblich sein kann. Eine Session ohne Royal Flush kann lang werden. Als Faustregel empfehle ich ein Bankroll von mindestens 200 Händen zum gewählten Einsatz, um kurzfristige Schwankungen auszugleichen.